Das Weindorf Kaltern liegt am Fuße des Mendelkamms, etwa 15 km südwestlich von der Landeshauptstadt Bozen. Eingebettet in einem einzigartigem Rebenmeer liegt der Kalterer See im Ortsteil St. Josef. Die Kombination aus dem Wein und dem See haben Kaltern bekannt und beliebt gemacht.

Wie im Süden … nur im Norden …
Kaltern, Weindorf in Südtirol und ein Eck vom Paradies.

Zumindest behaupten das die Einheimischen wenn sie rasch gefragt werden. Kommend vom Norden erstaunt tatsächlich so viel Süden, nicht lange nach dem Überfahren des Brennerpasses. Und doch sprechen hier alle Deutsch und Italienisch. See und Berge. Überetscher Baustil und zeitgenössische Architektur. Rot- und Weißwein. Trauben und Äpfel. Von allem immer ein „und“. Kaltern muss sich nicht entscheiden und auch der Gast nicht. Wer den Süden sucht, findet ihn, wer den Norden sucht, auch.

Weinkultur & Weingeschichte
Geschichte ist in Kaltern oft Weingeschichte, Kultur ist oft auch Weinkultur. Das Südtiroler Weinmuseum ist hier, es gibt das Weinhaus und unzählige Kellereien, Vinotheken und Buschenschanken. Auf Schritt und Tritt Wein, oft im historischen Gewand des Überetscher Baustils, immer öfter aber auch in markanter zeitgenössischer Architektur. Weit über die Grenzen wird über einige der Bauten berichtet.

Dorf, See & Berge
Im Dorf ist das Zentrum aller Aktivitäten – Konzerte, von traditionell bis klassisch, Feste, Verkostungen wie die Kalterer Weintage, Bauernmärkte und vieles mehr – der Marktplatz. Am See gibt es Strandbäder, Spazier- und Radwege und Gelegenheit für alle Wassersportarten. Die Berge schließlich lassen fast alles mit sich machen: wandern, Rad fahren, bergsteigen. Abwechslung pur!

Südtiroler Kost & Italienische Küche
Mit dem Wein kommt der Appetit. Auch die Küche verbindet Nord und Süd. Es gibt Knödel, Speck, und Polenta; Fische aus dem See und feinste mediterrane Küche. Nicht zu vergessen das berühmte „Törggelen“, der Brauch, im Herbst den neuen Wein gemeinsam zu verkosten. Dazu isst man Speck, Kaminwurzn, Geselchtes, Sauerkraut und Knödel und hinterher geröstete Kastanien und süße Krapfen.

Klima & Wetter
Kaltern hat ein mediterran geprägtes Klima. Wo sonst gibt es in den Alpen Olivenbäume und Palmen, Weingärten und Apfelplantagen? Der Kalterer See und die hoch aufragenden Hausberge mit den warmen Winden sind Klimafaktor Nummer 1. Die warme Jahreszeit beginnt schon im März und ist oft erst im Oktober zu Ende.

Der Marktplatz

Grundverschieden sind die Menschen, es gibt keine zwei, die gleich sind. Das ist schon eine Studie wert. Am besten am Anfang, wenn man noch ganz frisch ist. Und am besten am Marktplatz von Kaltern. Einfach einmal zuschauen, bei einem Espresso vielleicht und – einen Gang herunterdrehen.

Reiseandenken besorgen, genau, und Postkarten schreiben. Guter Vorwand für den nächsten Espresso. Nützliches und Unnützes kaufen, ohne jedes Muss. Bis Mittag noch schnell ein Glas Weißen (eventuell). Am Brunnen dann ein Eis, nein, hier ist es schon ein „gelato“. Oder einen Cappuccino. Und will man es den Einheimischen gleichtun, was sich immer empfiehlt an fremden Orten, dann am Nachmittag ein Glas leicht gekühlten Kalterersee.

Die Mendelbahn

1903 eröffnet, gilt die Mendelbahn als erste elektrisch betriebene Bahn Tirols und als steilste und längste durchgehende Standseilbahn Europas.
Ein Erlebnis ist also schon die Anreise auf den Mendelpass. Und erst der erhebende Rundblick über das Etschtal und das Südtiroler Unterland!

Technische Daten:
Streckenlänge 2,37 km
Fahrzeit 12 Minuten
850 m Höhenunterschied

TIPP: Jeden Freitag im Frühjahr/Sommer findet eine Fahrt auf die Mendel, die einstige kaiserliche Residenz mit anschließender Führung zur Geschichte des Passes statt. Weitere Informationen und Anmeldung im Tourismusverein Kaltern.

Das Südtiroler Weinmuseum in Kaltern

Zahlreiche Exponate führen Geschichte und Bedeutung des Weines im Raum Südtirol anschaulich vor Augen: imposante Weinpressen, Trink- und Traggefäße, Weinfässer und Keltergeräte. Man erfährt auch aufschlussreiche Geschichten zum Thema Wein: So hatten einst die Kalterer zum Schutz vor Traubendiebstahl einen Flurhüter – den sogenannten „Saltner“ – angestellt. Noch im Jahr 1914 gab es in Kaltern neun solcher „Traubenwächter“.

Führungen werden jeden Donnerstag um 10 Uhr angeboten. Treffpunkt ist kurz vor 10 vor dem Tourismusbüro.

Kontaktadresse:
Südtiroler Weinmuseum, Goldgasse 1, 39052 Kaltern.
Telefon und Fax +39 0471 963 168
E-Mail: weinmuseum@landesmuseen.it